Überall liest man, dass “wir uns nun mehr auf den Social Media Bereich konzentrieren werden”. “Wir reden nicht mehr von Kunden, sondern von Fans.”

“Wir müssen mehr Dialog betreiben!” – “Wie wäre es mit einer Fanpage bei Facebook, nein – wir brauchen auch einen Twitter-Account!?” Alle meinen, mehr Dialog mit dem Kunden betreiben zu müssen. Aber ist das überhaupt sinnvoll? Oder eher bescheuert?
Es ist bescheuert! Wieso sollte ich Fan von einer Marke werden, mit der ich nur 10 min. in der Woche anbandle und sie den Rest der Zeit gemütlich Platz in meinem Kühlschrank verbraucht? Eigentlich müsste die Marke Fan von mir werden, damit ich gewillt bin ihr Respekt zu zollen und ihr Einlass zu meinem kühlsten im häuslichen Leben zu gewähren. Die 08/15 Marke steht dort nämlich neben 20 weiteren austauschbaren Handelsmarken, deren Fan zu werden ich sicherlich nicht bereit bin. Ich würde sonst gar keine Zeit für wirklich wichtige Dinge mehr aufbringen können, wenn ich ständig Fanabende, -banner oder -videos kreieren muss – und das zwanzigfach!
Ich werde aber Fan von Marken. Von denen die wissen, vielleicht nicht unbedingt mit dem Produkt selbst, aber mit ihrem Verhalten, aus der Masse zu stechen. Da können wir nun einfach mal Begriffe wie CSR oder Social Entrepreneurship (oder eben Apple) in den Raum werfen. Denn dies sind unter anderem händelbare Werkzeuge, die heute die Spreu vom Weizen trennen kann. Die Spreu nämlich, das sind die, die nichts anderes als Thesen von Milton Friedman (+2006, “Es ist die einzige gesellschaftliche Aufgabe des Unternehmens, den Gewinn zu maximieren“) auswendig lernen mussten, und somit dem Kapitalismus seinen anrüchigen Charme verliehen.
Ich werde Fan vom Weizen, aber nur, wenn ihr mir beweisen könnt, dass ihr nicht die Spreu seid. Sonst kann ganz schnell der “angry mob” herauf beschworen werden, und das sind dann sicherlich keine Fans.
(Bildquelle: wie immer meine Kamera, wo das war… keine Ahnung… irgendeine Messe ;)
















